Hundemalaria (Babesiose) in Deutschland
Hundemalaria (Babesiose) in Deutschland
Galt die Hundemalaria bis vor wenigen Jahren als reine Reisekrankheit, so hat sich die extrem gefährliche Hundemalaria über fast ganz Deutschland ausgebreitet. Die Zahl der infizierten Hunde steigt stetig an. Im Gegensatz zu unserer heimischen Zecke (Holzbock), die sich nur durch eine Blutmahlzeit mit den Erregern der Borreliose, FSME oder Anaplasmose infizieren kann, überträgt die Auwaldzecke die Erreger der Hundemalaria auch über ihre Brut. Das heißt, alle 3.000 bis 5.000 Eier der infizierten Auwaldzecke sind auch mit dem Erreger der Hundemalaria infiziert. Jedes Jahr werden zukünftig mehr Hunde in Deutschland an der Hundemalaria erkranken und sterben. Die Krankheit ist in ihren Symtomen und dem Krankheitsverlauf der menschlichen Malaria sehr ähnlich, auch wenn die Überträger und die Erreger unterschiedlich sind. In beiden Fällen werden die roten Blutkörperchen von Parasiten befallen und zerstören diese. Blutarmut, hohes Fieber und Gelbsucht sind die Folgen. In den meisten Fällen stirbt der unbehandelte Hund an Nierenversagen. Die Übertragung der Hundemalaria kann sehr schnell erfolgen, denn männliche Auwaldzecken, die bereits einmal Blut gesaugt haben, können die Erreger mehr oder minder sofort nach dem ersten Einstich übertragen, während Auwaldzecken ohne vorherige Blutmahlzeit die Erreger der Hundemalaria zwischen 48 und 72 Stunden übertragen. Der beste Schutz vor der Hundemalaria ist die Prävention vor Auwaldzecken. Da die Zecken ihre gefährlichen Erreger sofort übertragen können, ist das Absammeln allein kein sicherer Schutz. Als besonders wirkungsvoller Schutz haben sich die hochprozentigen Permethrin-Lösungen erwiesen, die im sogenannten Spot-on-Verfahren auf die Haut des Hundes geträufelt werden. Der große Vorteil dieser Präparate ist ihre Zweifachwirkung. Zum einen verhindern sie durch ihre abschreckende Wirkung ein Anheften der Parasiten und damit ihre Blutmahlzeit mit der Erregerübertragung, zum andern töten sie durch ihre akarizide/insektizide Wirkung
die Parasiten ab. Diese Prävention bietet zu über 95 % einen Schutz vor Zecken und damit vor der Hunde-
malaria. Nach vier Wochen muss die Behandlung erneuert werden. Diese Wirkstoffe sind fett-, aber nicht wasserlöslich.Gelegentliches Schwimmen, Baden oder Regen vermindert deshalb ihre Wirkung nicht. Ge-fahren für Hundehalter oder die Umwelt sind nicht bekannt.
Quelle Unser Rasse Hund 3/2007